Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Trier

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Inhalt: Historisches

Geschichte und Entwicklung der Schifffahrt auf der Mosel

Schifffahrt hat es schon in ur- und frühgeschichtlicher Zeit gegeben. Bereits die Rentierjäger am Ende der letzten Steinzeit vor etwa 12.000 Jahren bauten Zweier-Kajaks aus Geweihen, Fellen und Hölzern. In der Mittelsteinzeit wurde der Einbaum zum Universalboot. Dieses Holzboot entwickelte sich dann ständig, je nach Flusslandschaft und Frachtbedarf bis zum Treidelschiff und Segelschiff im 19. Jahrhundert fort.

Die Entwicklung der Moselschifffahrt tritt erst seit der Römerzeit in Erscheinung. Für die Transporte zum Rhein oder moselaufwärts setzten die Römer stabile Holzschiffe mit 40 cm Tiefgang und 5 bis 6 Tonnen Tragkraft ein.

Treidelschiff

Im Mittelalter diente die Mosel als Transport- und Reiseweg zum Mittelrhein und nach Lothringen. 1252 wurde die Trierer Schifferzunft gegründet. Im 14. und 15. Jahrhundert fuhren Marktschiffe planmäßig zum Rhein. 1816 erfolgte dann die erste Fahrt des unter britischer Flagge fahrenden Dampfschiffes "Prinz von Oranien" auf dem Rhein bis Köln. Im Jahre 1839 befuhr das erste Dampfschiff, die "Ville de Metz", die Mosel.

Der erste eiserne Schleppkahn wurde 1841 gebaut. 1865 erfolge die Einführung der Ketten- und Seilschifffahrt, die sogenannte Tauerei, auf verschiedenen Wasserstraßen, wie z. B. Rhein, Neckar und Elbe. Die schiffsbautechnische Entwicklung führte zum Bau von eisernen Schleppkähnen, Schrauben- und Radschleppdampfern. Diese wurden ab 1929 von mit Dieselmotoren angetriebenen Schleppbooten abgelöst. Nach 1945 begann die Umstellung auf neue, selbstfahrende Motorschiffe. Auf der Mosel fand bereits 1936 eine erste Versuchsfahrt mit dem Motorgüterschiff "Main 102" statt. Etwa im Jahre 1957 setzte die bis heute modernste Betriebsform der Binnenschifffahrt - die Schubschifffahrt ein.

Schleppboot auf der Mosel Schiff bei der Einfahrt in die Schleuse Schubschiff

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Geschichtliche Entwicklung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Trier

Die Wurzeln des Wasser- und Schifffahrtsamtes Trier liegen in preußischen Verwaltungsorgangen, die nach 1815 entstanden sind, als nach dem Wiener Kongress das rechte Moselufer zwischen Apach und der Sauermündung und ab dort das gesamte Moselgebiet an Preußen fiel. Im Regierungsbezirk Trier unterstand die Verwaltung der Wasserstraße Mosel den sogenannten Baukreisen, die als Unter- bzw. Ortsbehörden anzusehen waren und auch die Verwaltung der Straßen innehatten. 1848 gab es bei diesen Baukreisen bereits fachtechnisch ausgebildete Wasserbaubeamte.

Mit einer umfassenden Umorganisation der Kreisverwaltung, die am 01.11.1883 in Kraft trat, erfolgte eine Abtrennung des Wasserbaus von den übrigen Bauangelegenheiten. Es wurde 1883 die Wasserbauinspektion Trier gegründet, der 1889 auch die örtlichen Obliegenheiten der Strom- und Schifffahrtspolizei übertragen wurden. 1910 wurde diese Behörde in Wasserbauamt Trier umbenannt. 1921 wird die Mosel zur Reichswasserstraße, das Wasserbauamt Trier blieb weiterhin eine preußische Behörde. Als 1939 die Landesbehörden in Reichsbehörden umgewandelt wurden, erhielt das Amt die Bezeichnung Wasserstraßenamt Trier.

Die letzte Umbenennung in Wasser- und Schifffahrtsamt Trier erfolgte Anfang 1952 im Zuge der Überführung der ehemaligen Reichswasserstraßen in das Bundeseigentum und den Aufbau der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Die für das Trierer Amt zuständigen Mittelbehörden waren von
1939 bis 1945 die Wasserstraßendirektion Koblenz,
1946 bis 1951 die Wasserstraßenverwaltung der französischen Besatzungszone in Koblenz,
1952 bis 1975 die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mainz,
seit 1976 ist dies die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest in Mainz.


Der Internationale Moselvertrag

Am 27. Oktober 1956 erfolgte der Abschluss des "Internationalen Moselvertrages" zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg über den Ausbau der Mosel als Großschifffahrtsstraße.

Die Unterzeichnung des Internationalen Moselvertrages 1958 wurde mit den Bauarbeiten begonnen
und am 21.12.1962 die Moselkommission gegründet.

Die Eröffnung der Großschifffahrt auf der
staugeregelten Moselfand am 26.05.1964 statt.

Von 1969 bis 1979 erfolgte der Ausbau der französischen Obermosel bis Meuves-Maison. 1970 wurde erstmals an der Schleuse Trier ein Güteraufkommen von 10 Millionen Tonnen erreicht. Nachdem am 28.10.1987 die Großschifffahrt auf der Saar bis nach Dillingen eröffnet war, stieg das Frachtaufkommen 1988 an der Schleuse Trier sprunghaft auf 13 Millionen Tonnen an. 1998 wurden erstmals an der Schleuse Trier die 15 Millionen Tonnen überschritten.

1992 starteten die Bauarbeiten zur Vertiefung der Fahrrinne von 2,70 m auf 3,00 m, die 1999 abgeschlossen wurden. 1993 begannen die Planungen für den Bau zweiter Schleusen in Zeltingen und Fankel, die im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 1992 eingestellt wurden. Am 16.08.2002 erfolgte der Spatenstich für den Bau der zweiten Schleuse Zeltingen.

Der Bau der weiteren 2. Schleusen wurde in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2003 aufgenommen. Am 23.03.2006 wurde mit einem Rammschlag der Bau der 2. Schleuse Fankel offiziell eingeleitet.

Spatenstich an der zweiten Schleuse Zeltingen     Rede des Amtsleiters des Wasser- und Schifffahrtsamtes Trier